Lilian Straub macht die Manifesta 11-Kunst greifbar

Vier verschiedene Berufe und zwei Kinder sind der Erfahrungsschatz, den ich als Kunstvermittlerin in die Manifesta 11 einbringe. In der Ausbildung zur Werklehrerin kam ich mit Kunstwerken in Berührung, die mich befremdet haben. Je mehr ich mich damit auseinandersetzte, desto greifbarer wurden sie dann. Die Beschäftigung mit Kunst und Kunstvermittlung bei der Manifesta 11 macht mich glücklich. Weil ich weiss, dass es anderen Leuten auch so ergeht, wie es mir ergangen ist. Es berührt mich, die Leute begleiten zu können auf dem Weg bis sie merken: aha, jetzt kann ich etwas mit diesem Werk anfangen, jetzt habe ich einen Zugang. Evgeny Antufiev’s «Eternal Garden» in der Wasserkirche gehört zu meinen Lieblingswerken der Manifesta 11. Es zeigt eine Vielfalt auf und man kann gut nachvollziehen, wie das Ganze entstanden ist zwischen ihm und dem Pfarrer Martin Rüsch, seinem Gastgeber. Die beiden waren ständig im Gespräch und haben gemeinsam am roten Faden für die Ausstellung gesponnen. Ohne das Wissen über diesen Prozess wirkt Antufiev’s Werk fast kindlich: eine Ansammlung von Gegenständen, die mit Schmetterlingen zu tun haben. Je mehr man aber über die Details erfährt, desto reichhaltiger wird das Kunsterlebnis.

(Foto: Susanne Grädel)