Sandra Keller: Die Kunstvermittlerin der Manifesta 11 weiss, wie die Biennale tickt

Als Kunststudentin will ich nicht nur selber Kunst machen, sondern auch mit anderen über Kunst reden. Kunst ist immer auch etwas sehr Persönliches. Im Gespräch darüber eröffnen sich viele Themen, auf welche ich von alleine nicht gekommen wäre. Die Manifesta 11 stellt nicht nur in Museen aus, sondern auch in über ganz Zürich verstreuten Satelliten. Dieses Vorhaben hat mich von Anfang an begeistert. So wird die ganze Stadt zum Ausstellungsraum und es können auch Leute erreicht werden, die normalerweise nichts mit Kunst am Hut haben. Von den dreissig Neuproduktionen der Manifesta 11 beeindruckt mich die Kollaboration zwischen Jon Kessler und dem Uhrmacher Adriano Toninelli besonders. Die vielschichtigen, vollgestopften Installationen dieses Künstlers haben etwas Verspieltes und vermitteln eine starke Botschaft über die Kostbarkeit von Zeit. Der Gastgeber (Host) Adriano Toninelli hat eine einzigartige mechanische Uhr für das kinetische Kunstwerk von Jon Kessler geschaffen. Diese Uhr ist nun das Herz der Installation. Für dieses Werk waren beide Beteiligten auf ihre eigene Art kreativ und haben doch etwas Gemeinsames hervorgebracht. Sie haben viel voneinander gelernt, obwohl oder eben gerade weil sie so unterschiedliche Hintergründe haben.

(Foto: Susanne Grädel)